Amethystendruse

Eine Druse entsteht dadurch, dass bei einem Vulkanausbruch flüssiges Magma aus dem Erdinneren nach oben steigt. In diesem Magma sind Gase gebunden, die durch den immensen Druck unter der Erde im Gestein gelöst sind. Kommt das Magma der Erdoberfläche näher, nimmt der Druck ab, das Gas entweicht aus dem Gestein und bildet in der flüssigen Lava Blasen. Beim Erreichen der Erdoberfläche platzt die Blase, bleibt das Magma aber in tieferen Schichten stecken, bilden diese Gasblasen nach der Abkühlung und Verfestigung des Gesteins Hohlräume, auch Geoden genannt. In diese Hohlräume dringt Wasser ein, welches mit den gelösten Mineralien des umgebenden Gesteins gesättigt ist, in diesem Fall Quarz. Über Jahr Millionen hinweg wachsen jetzt Quarzkristalle von außen nach innen. 

Bei anfangs noch höheren Temperaturen (100°C und mehr) sind es sehr kleine Kristalle und es entsteht eine feinkristalline Achatschicht. Kühlt das Gestein weiter ab, bilden sich größere Einzelkristalle aus klarem Bergkristall. Die Kristallisation kann zig Millionen Jahre andauern. Durch den Platz im Hohlraum können sich die Kristalle schön ausformen. Wird die Gesteinsschicht mit der Druse durch tektonische Einflüsse angehoben, fällt die Druse trocken und die Kristallisation endet. Durch Hebung und Senkung können verschiedene Abfolgen von Kristallen entstehen. Die Färbung ins Violette, die den Bergkristall zum Amethyst macht, findet erst nach der Kristallisation statt. Durch die radioaktive Erdstrahlung werden Eisenatome, die als Verunreinigung im Kristall vorhanden sind, oxidiert – der Kristall färbt sich violett. Da die Erdstrahlung meist sehr schwach ist, dauert allein die Färbung im Schnitt über 6 Mio. Jahre.

Schon im Altertum wurden dem Amethyst heilende Kräfte nachgesagt. So glaubte man, dass das Mineral vor Trunkenheit schützt. Entsprechend wird der Stein in der Esoterik gegen Trunksucht und andere Suchterkrankungen eingesetzt. Außerdem wird dem Amethyst eine reinigende, stärkende und inspirierende Wirkung zugeschrieben.

Unsere Druse kommt aus Brasilien, wiegt 5 Tonnen und ist ca. 50 Mio. Jahre alt. Die waagerechte, ovale Form ist selten, da Gasblasen in der Regel den Drang haben, sich nach oben auszudehnen. Je größer eine Druse, desto seltener und natürlich auch teurer ist sie. Schon allein der Transport und die Aufstellung waren sehr aufwändig – der Sockel steht auf einem extra Fundament, da die Gefahr bestand, dass das Gebäude durch den großen Druck Schaden nimmt. Diese Druse ist eine der größten ausgestellten Drusen weltweit.